Bloggerlust oder Bloggerfrust?

Bloggerlust oder Bloggerfrust?

Hallo ihr Lieben,

wir haben heute auf ein etwas anderen Thema für euch, das wahrscheinlich die ganze Bloggerszene betrifft. Es liegt uns schwer am Herzen und freuen uns schon auf eine Diskussion mit euch.

Als ich den Blog vor vier Jahren gegründet hatte, war ich planlos. Die Bloggerwelt war mir fremd und ich kannte niemanden.
Damals kam ich frisch aus der Ausbildung und mein damaliger Chef hat mir – nachdem eine Kollegin aus der Elternzeit zurück kam – kaum noch Arbeit gegeben. Wie bekommt eine Leseratte also 8 Stunden um? Mit lesen 😉 Da ich zu der Zeit relativ aktiv auf Lovelybooks gewesen bin und sowieso Rezensionen geschrieben habe, dachte ich mir, dass ich einfach mal so einen Blog eröffne.

Kann ja nicht so schwer sein, oder?

Quelle

Das habe ich damals jedenfalls gedacht und habe in meinem Leben noch nie falscher gelegten. Schnell habe ich gemerkt, dass Rezensionen nicht alles sind. Ein Blog bedeutet unglaublich viel Arbeit und Pflege. Ein Design musste her, die Beiträge organisiert werden und eine Struktur auf dem Blog ebenfalls.  Aber ein Grundgerüst bedeutet nicht alles. Man möchte Vielfalt und Abwechslung reinbringen, nimmt an Aktionen teil, um seinen Lesern das bestmöglichste zu bieten. Man verbringt Stunden damit, Beiträge vorzubereiten und zu planen.

Wofür also all diese Arbeit?

Eine Frage, die mich täglich begleitet. Der Blog frisst so viel Zeit, dass anderes dafür liegen bleiben muss. Man schreibt für euch, aber auch für einen selbst. Man lernt so viele wundervolle Menschen kennen und schließt Freundschaften. Nicht nur die Blogger, auch Autoren gehören mit dazu. Man unterstützt sich gegenseitig und das ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl.

Wieso also die Überschrift Bloggerfrust oder Bloggerlust?

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Wie viele vielleicht gemerkt haben, ist es etwas ruhiger geworden. Es gehen nicht mehr täglich Beiträge online, die Aktionen sind weniger geworden. Ist vielleicht die Luft raus?
Ja, vielleicht ein wenig, aber das heißt nichts. In vier Jahren Bloggergeschichte erlebt man einiges und mit der Zeit sucht man nach neuen Aufgaben. Man möchte Vielfalt bieten, aber doch ist vieles gleich. Wir suchen stetig nach etwas, um euch tolle Beiträge zu liefern.
Dazu kommt, dass man kaum noch weiß, was man darf und was nicht. Es wird so vieles von einem verlangt, für etwas, das eigentlich eine Leidenschaft sein sollte. Das frustriert.

Doch das ist nicht alles.

Ich lese gerne, doch ein wenig ist mir daran der Spaß vergangen. Auf Rezensionsexemplare verzichte ich sogar größtenteils. Warum ist das so? Weil ich mit dem Druck dahinter nicht mehr lesen kann und möchte. Man bekommt das Exemplar und drei Tage später wird teilweise schon nachgefragt, ob man es schon gelesen hat, obwohl man vier Wochen Zeit hat. Das stresst und nimmt einem die Lust am Lesen. Ich genieße lieber meine Bücher und lasse mir Zeit, unterstütze Autoren gerne und nehme dann eben selbst das Geld in die Hand, wenn es mir gerade passt. Denn eine Rezi dauert auch seine Zeit und neben dem Brotjob, Freizeit, Sport und Leben muss man diese erst einmal finden. Das dauert leider manchmal.
Das soll nicht so klingen, als wäre ich dagegen – um Gottes Willen, das bin ich nicht. Ich freue mich darüber, wenn man angeschrieben wird und ein Exemplar angeboten bekommt. Wenn sich der Autor Zeit nimmt und sich mit dem Blog befasst, eine liebe und persönliche Mail schreibt, kann ich sogar nicht einmal nein sagen. Aber das ist so selten geworden. Man bekommt Kettenmails, teilweise sogar direkt mit E-Book und das geht gar nicht. Das ist auch etwas, das die Lust nimmt, denn es zeigt mir, dass meine Arbeit nicht honoriert wird. Ich habe jetzt so viel gemotzt und doch bin ich noch hier. So schlimm kann das alles also nicht sein, oder?

Nein, ich würde niemals aufgeben.

Zum einen stecken hier vier Jahre Geschichte hinter. Arbeit, Tränen, Freude und vor allem wundervolle Erinnerungen. Etwas, das ich nie wieder hergeben würde. Denn ihr, liebe Leser, seit der Grund, warum man all sein Herzblut in diesen Blog hineinsteckt.

Vielen Dank dafür.

Wir arbeiten daran, euch weiterhin tolle Beiträge vorzuweisen, legen mehr Wert auf Qulität, statt Quantität und überlegen schon fieberhaft, mit welcher tollen Aktion wir euch bald begeistern können. Außerdem freuen wir uns sehr über 1.000 Likes auf unserer Facebook Seite. Ihr seid der Wahnsinn!

Wie seht ihr das:

Bloggerfrust oder Bloggerlust?

Wie steht ihr zu dem Thema? Lasst und darüber ein wenig Diskutieren.

3 Gedanken zu „Bloggerlust oder Bloggerfrust?

  1. Hallo!

    Ja, also das Bloggen an sich mal Revue passieren lassen hab ich natürlich auch. Bei mir sind es jetzt fünf Jahre und auch wenn ich noch immer mit viel Spaß und Engagement dabei bin merke ich doch, dass alles etwas ruhiger wird.
    Zum einen um mich rum – also bei anderen Bloggern – aber auch für mich selbst. Ich habe ja die ersten Jahre jeden Tag gebloggt, was mir mittlerweile einfach zu viel geworden ist.
    Vor allem auch deshalb, weil die Beiträge untergehen, wenn jeden Tag etwas neues kommt, zum anderen aber auch, weil ich nicht mehr immer und überall dabei sein will/muss, sondern wirklich darauf schaue, was mir wichtig ist.

    Nicht mehr jedes Buch wird rezensiert, nicht mehr jede Aktion wird mitgemacht … es hat sich jetzt für mich ein guter neuer Rhythmus ergeben, der mir etwas mehr Luft lässt. Denn wie du schon sagst: das Bloggen frisst wahnsinnig viel Zeit. Ich mach es immer noch super gerne, muss es mir aber eben zeitlich so einteilen, dass der Spaß dabei nicht verloren geht.
    Das gleiche gilt an sich auch für Rezensionsexemplare. Zwar hatte ich das Problem bisher zum Glück noch nicht, dass nach 3 Tagen nachgefragt wurde O.o aber meist schreib ich das eh vorher, wie lange es ungefähr dauern wird. Zurzeit nehme ich eh nix mehr an und möchte das im nächsten Jahr noch mehr eindämmen (was echt schwierig ist bei den vielen tollen neuen Büchern!) aber ich hab auch noch so viele auf dem SuB und vor allem auf meiner Wunschliste, die wollen ja schließlich auch mal gelesen werden 🙂

    Ich denke, jeder sollte für sich selbst versuchen zu sehen, was er mit seinem Blog möchte: wie aktiv mag ich sein, wie oft hab ich Zeit, inwieweit bin ich noch auf anderen Social Media Kanälen unterwegs usw. Das ist alles nicht so einfach in der Freizeit unterzubringen, man hat ja schließlich auch noch was anderes zu tun 😀

    Viele haben ja wegen der DSGVO aufgehört, aber es sind auch noch viele geblieben und es gibt ja auch immer wieder die neu anfangen – trotzdem merkt man schon, dass es ruhiger geworden ist. Was ich gar nicht mal so schlimm finde. So wird man nicht so überhäuft, sondern hat auch mal mehr Zeit zum Stöbern 😉

    Liebste Grüße, Aleshanee

  2. Bei mir ist Bloggen mehr Lust als Frust. Das liegt aber auch daran, dass ich mir keinen Stress machen muss.
    Ich stehe “auf der anderen Seite”. Ich bin Autor und füttere mit meinen Gute Nacht Geschichten meinen Blog. Das mache ich jetzt schon seit 12,5 Jahren. Ich habe in einer Zeit angefangen, als Bloggen noch etwas völlig anderes war. Es war nur ein Hobby. Es gab keine Kooperationen und an Geld verdienen hat auch niemand gedacht.
    Diesen Grundgedanken habe ich nie aufgegeben. Deswegen schreibe ich nur, wenn ich Lust und Ideen habe. Da kann auch schon mal ein Mknat vergehen, vielleicht zwei oder drei, bis ein neuer Beitrag erscheint. Dafür hab ich dann aber auch in dem Moment Lust drauf.
    Meine Leser, in der Regel Vorleser, nehmen mir das auch nicht krumm. An meinen Besucherzahlen sehe ich, dass sehr viele alte Texte meiner aktuell 650 Geschichten gelesen werden. Meine Besucher kommen oft über Suchmaschinen und landen bei Geschichten zu speziellen Themen.
    Das empfinde ich schon als großen Luxus.

    Lieben Gruß,
    Der Marco

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