[Gastbeitrag eri_scamander] Meinung zu Windherz von Mira Valentin und Erik Kellen

[Gastbeitrag eri_scamander] Meinung zu Windherz von Mira Valentin und Erik Kellen

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»Du selbst bist der Kompass, der dir die richtige Richtung weist. Höre nie auf zu suchen, dann wirst du gefunden werden.«

Kayden ist ein Nordmann und ein Jäger der Meere. Niemand ist besser als er. Eines Tages aber erhält er einen ungewöhnlichen Auftrag.
Aira lebt als Prinzessin am Hofe von Jandor. Gesegnet und verflucht mit einer besonderen Gabe. Doch der Thron war nie für sie bestimmt.
Zwei Menschen, von denen mehr abhängt, als sie ahnen. In ihren Händen liegt das Schicksal einer ganzen Welt.


Meine Meinung zu Windherz

Windherz bildet den Reihenauftakt für die Lichtsplitter-Saga, welche aus drei Teilen besteht. Und es ist ein gelungener Auftakt! Das Buch ist der High-Fantasy zuzuordnen, welches schon auf dem Cover deutlich wird. Dieses ist wirklich sehr schön und detailreich von Alexander Kopainski gestaltet und birgt, nebst den beiden Hauptfiguren, Elemente des Buchs in sich, die sich einem erst beim Lesen der Geschichte auftun. So entdeckt man eine Stadt, ein großes Schiff, eine überdimensionale Schlange und einen Fuchs, allesamt wichtige Stationen im Handlungsverlauf. Zudem sieht das Cover so aus, als wäre der Wind einmal hinüber gefegt und hätte die ganze Szenerie aufgewühlt, was somit sehr gut zum Titel passt.

Windherz ist zugleich auch das erste Buch dieses Autorenduos, welches eine klare Aufteilung in Bezug auf die Kapitel verfolgt. So wurden die Kapitel aus der Sicht der weiblichen Protagonistin Aira von Mira Valentin geschrieben, die Kapitel der männlichen Hauptfigur Kayden von Erik Kellen. Der Leser bekommt immer abwechselnd Einblicke in das Leben und die Gefühlswelt der jeweiligen Figur. Trotz des auktorialen Erzählers baut man eine Nähe zu den Charakteren auf, da die Kapitel aus der Sicht der beiden Protagonisten beschrieben sind, allerdings eben nicht in Ich-Perspektive.

Beschrieben wird die Geschichte zweier Menschen, die anders sind. Anders als der Rest ihres jeweiligen fürstlichen bzw. königlichen Umfelds und somit mehr oder weniger zu Außenseitern werden. Und doch scheint dies der einzige Punkt zu sein, in dem die beiden sich ähneln, und es stellt sich die Frage, wie sich diese beiden Wege wohl kreuzen und wieso von diesen beiden Menschen so viel abhängt. Während des Lesens stellen sich noch viele weitere Fragen, von denen auch nicht alle aufgelöst werden, was den Leser neugierig auf die folgenden Bände macht.

Kayden kommt als Kämpfer logischerweise der aktivere Part in der Geschichte zu, während Aira in eine eher passive Rolle der Prinzessin gezwungen wird. Folglich fiebert man mit Kayden mehr mit, fühlt sich der Seelenwelt von Aira aber näher, welche von Valentin sprachlich sehr deutlich und direkt veranschaulicht wird. Die Kapitel um Kayden beschreibt Kellen sehr bildreich. Es ist schon spürbar, dass zwei verschiedene Autoren mit ihrem eigenen Stil hier ihren jeweiligen Charakter auf eine Reise schicken. Dies könnte zu Irritation beim Leser führen, stört hier aber nicht weiter, da beide Charaktere sehr unterschiedliche Wege in der Geschichte beschreiten und dies den Perspektivenwechsel eher leichter macht.

Die Handlung wartet mit vielen unvorhersehbaren Ereignissen, außergewöhnlichen Kreaturen, zahlreichen Konflikten und schonungslosen Verlusten auf, sodass man sich schon nach dem ersten Buch gar nicht sicher ist, ob die beiden Hauptcharaktere die Geschichte überhaupt am Ende überleben. Allerdings wird das Buch nicht zu düster, auch wenn es einige scheinbar aussichtslose Situationen gibt. Die Momente des Glücks und somit der Ruhe sind kurz, aber vorhanden.

Fazit
Man kann bei Windherz von einem mehr als gut gelungenen Reihenauftakt sprechen, der neugierig macht, wie die Story um Aira und Kayden weitergeht. Auch wenn einige Andeutungen in der Geschichte noch sehr vage und mysteriös gehalten sind, schaffen Valentin und Kellen eine tolle Mischung aus Spannung und Ruhe, Verzweiflung und Hoffnung, Trauer und Glück, die einen komplett in die weite Welt von Avantlan eintauchen lässt. Was will man von einer großen Fantasy-Saga mehr?


©
Cover: Mira Valentin und Erik Kellen

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