[Release-Party: Göttin der Dunkelheit] Götter

[Release-Party: Göttin der Dunkelheit] Götter

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Hey ihr Lieben,

Heute hat Anke Unger sich mit der Frage Was ist ein Gott? beschäftigt.
Im Folgenden könnt ihr ihre Gedanken dazu lesen. 🙂



Was ist ein Gott?

Ich habe mal bei einem katholischen Nonnenorden gearbeitet (Keine Angst – nicht als Nonne) und fand das Thema „Gott“ – oder auch „Götter“ in der Mehrzahl schon immer interessant.

An unserem christlichen Glauben hat mich immer gewundert, warum unser Gott uns keine Zeichen seiner Zuneigung oder wenigstens seiner Existenz schickt. Eine steinerne Tafel mit Geboten an Moses senden, dann jahrhundertelang Sendepause. Seinen Sohn auf die Erde schicken und wieder 2000 Jahre lang nichts von sich hören lassen, ich finde, das ist etwas karg.

Also habe ich eigene Vorstellungen davon entwickelt, wie ein Gott sein könnte. Ich muss zugeben, es hat irrsinnig Spaß gemacht.

Unsere Annahme, Gott wollte in erster Linie gute Menschen aus uns machen (darauf zielen fast alle der zehn Gebote ab), kommt mir nicht sehr wahrscheinlich vor – wenn ich es mal so aus Göttersicht betrachte. Warum stellen wir uns Gott in erster Linie als Richter vor? Vielleicht, weil die Welt so ungerecht ist und wir uns danach sehnen, es möge doch bitte da oben einer sitzen, der am Ende alles wieder geradebügelt? Ich glaube: Es sind eher wir, die uns so einen Gott wünschen – aber er (oder sie – Gott ist doch sicherlich eine Frau…? ) ist nicht so.

Ja, wie ist er/sie denn so? Oder wie könnte sie sein?

Ich bin dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

Was sagt ihr eigentlich zu dem Gebot? Klingt es nicht etwas arrogant und selbstherrlich? Aber, ganz ehrlich – das leuchtet mir ein. Wäre ich eine Göttin, würde ich ebenfalls genau dieses Gebot an die erste Stelle setzen. Ich würde mir liebe, nette und vor allem supertreue Anhänger wünschen, die mir stets zur Seite stehen, und für diese Liebe, die sie mir zeigen, würde ich sie auch wieder zurück lieben. Wär mir dann auch egal, ob das arrogant ist. Denn das muss doch wohl das Wichtigste für eine Göttin sein, dass sie Anhänger hat. Ein höheres Wesen ohne Gefolgsleute, wäre das immer noch ein Gott oder nicht mehr?

Was würde ich noch machen als Göttin? Eben: Ich würde gerne mit meinen Geschöpfen reden wollen. Ich würde mich freuen, wenn sie mich anbeten und würde ihnen so viele Antworten und Hilfestellungen schicken, wie es nur ginge, weil unser Verhältnis sich dadurch doch verstärken würde.

Allerdings habe ich mir dann überlegt, dass so ein Gott (oder eine Göttin) doch nicht allein deshalb existieren würde, um seinen Anhängern eine Freude zu machen. Das kann gar nicht sein. Er hat irgendeinen anderen Grund, warum er existiert und der hat möglicherweise nicht nur mit den von ihm betreuten Geschöpfen zu tun. Er hat womöglich eine Bestimmung und ein Ziel, das wir nicht kennen. Welches könnte das sein und welchen Einfluss hat das auf seine Beziehung zu seinen Geschöpfen?

Nochmal zurück zu dem christlichen Gott, der sich „gute“ und rechtschaffene Gläubige wünscht und der sich besonders über gute Taten freut.

Hat jemand von euch Michael Endes „Unendliche Geschichte“ gelesen? Wer erinnert sich an die Kindliche Kaiserin, der Bastian am Ende den Namen „Mondenkind“ gegeben hat? Diese Kaiserin war eigentlich die Göttin jener Geschichte, auch wenn sie nicht so hieß, denn durch ihre Kraft konnte Bastian die Fantasiewelt neu erschaffen. Was mich damals schockiert hat, war, dass diese kindlich und lieb wirkende kleine Kaiserin sich um Gut und Böse nicht im Geringsten geschert hat. Sie hat Bastian einfach alles erschaffen lassen, was er wollte, obwohl vieles davon unangenehme Konsequenzen hatte.

(Achtung an alle braven Kirchgänger: Bitte lieber nicht weiterlesen!)

Ich dachte damals: Und genauso verhält sich möglicherweise auch unser eigener Schöpfer, denn sonst sähe unsere Welt nicht so aus, wie sie aussieht. Er lässt einfach alles geschehen. Er kümmert sich nicht darum, ob etwas gut oder schlecht ist. Er war anscheinend kein Moralapostel, der eine „gute“ Welt vor Augen hatte, als er anfing zu basteln. Die Moralapostel sind wir, nicht er.

Und deswegen sind auch meine Götter teilweise recht brutale Gestalten. Obwohl ich es einfach nicht lassen konnte und auch eine nette Göttin geschaffen habe, die in moralischen Kategorien denkt – he, ich bin hier die Schöpferin meiner Welt, ich darf so etwas, auch wenn ich es persönlich nicht für logisch halte. Und ratet mal, wie es meiner netten Göttin so ergeht, in einer kämpferischen Welt, in der jeder nur seine eigenen Interessen verfolgt?

Man kann noch weiter denken als so. Wo kommen die Götter eigentlich her? Und wo gehen sie hin? Oder glaubt ihr, sie wären statische Wesen, die es „schon immer“ gab – und auch ewig geben wird?

Und was wollen sie eigentlich? Warum haben sie uns erschaffen? Fragen über Fragen und es ist einfach faszinierend, nach Antworten zu suchen, finde ich!

Darum also heißt meine Fantasyreihe: Chronicles of Gods. Denn ich will das Wesen der Götter erforschen und mit Vorstellungen experimentieren. Areshva wird den göttlichen Sinnen nahe kommen und auf ihrer Reise übersinnliche Einblicke erhaschen … Es gibt viele Möglichkeiten und einige davon könnten wahr sein. Oder zumindest interessant!

Anke Unger



Ich denke jeder von uns hat da ganz andere Ansichten, was das Thema Gott oder Götter angeht. Das merke ich schon, wenn ich Ankes Gedanken lese und selbst darüber nachdenke.

Daher möchte ich euch auch gar nicht erst nach euren Gedanken dazu fragen. Es sei denn, ihr möchtet sie teilen. Dann dürft ihr das natürlich.

Aber um heute ein Los für das Gewinnspiel zu bekommen, möchte ich von euch wissen, ob ihr gerne Göttergeschichten lest, und falls ja, was euch besonders daran reizt.

Eure Areti

Die Teilnahmebedingungen könnt ihr nochmal im Ankündigungsbeitrag nachlesen.


©
Banner und Cover: Anke Unger

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