[Rezension] Außer sich von Sasha Marianna Salzmann

[Rezension] Außer sich von Sasha Marianna Salzmann

Titel: Außer sich | Autor: Sasha Marianna Salzmann
Verlag: Suhrkamp
Preis: E-Book: 18,99€ / Gebunden 22€ | Seitenzahl: 366
[Klappentext]
Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der
kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre
verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern
aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie
durch die Flure des Asylheims, stehlen Zigaretten aus den Zimmern
fremder Familien und riechen an deren Parfumflaschen. Und noch später,
als Alissa schon ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, weil
es sie vom Boxtraining abhält, verschwindet Anton spurlos. Irgendwann
kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. In der
flirrenden, zerrissenen Stadt am Bosporus und in der eigenen
Familiengeschichte macht sich Alissa auf die Suche – nach dem
verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit
jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.
Wer sagt
dir, wer du bist? Davon und von der unstillbaren Sehnsucht nach dem
Leben selbst und seiner herausfordernden Grenzenlosigkeit erzählt Sasha
Marianna Salzmann in ihrem Debütroman Außer sich. Intensiv,
kompromisslos und im besten Sinn politisch.

“Außer sich” von Sasha Marianna Salzmann ist ein interessanter Debütroman mit einigen Schwächen.

Die
Geschichte an sich ist eigentlich interessant, allerdings erlebt man
hier nicht viel von Alissas Suche nach ihrem Bruder, sondern eher ihre
Suche nach sich selbst, nach ihrem eigenen Ich.
Das Buch wird überwiegend aus Alissas Sicht geschrieben, nur am Ende gibt es ein wenig aus der Perspektive ihres Bruders Anton.

Der
Einstieg in die Erzählung fiel schon schwer, da der Schreibstil sehr
gewöhnungsbedürftig ist und es sehr viele Personen gibt.
Immer
wieder wird die Handlung von Geschichten aus der Vergangenheit
unterbrochen. Diese sind zum Teil zwar super spannend und interessant,
andererseits aber auch sehr in die Länge gezogen, sodass ich es am
liebsten überlesen hätte und mich teilweise schon fragte: Was soll das
eigentlich alles?

Man lernt hier das Schicksal jüdischer Russen
kennen, die von Russland nach Deutschland zogen. Das wird wahrscheinlich
recht authentisch rübergebracht, größtenteils geht es aber um etwas
ganz anderes: Alis (Alissas) Findung zu sich selbst, zu der Person, die
sie eigentlich ist und den Schwierigkeiten dabei.
Ali ist keine
typische Protagonistin, die man gut versteht und in die man sich gut
hineinversetzen kann. Im Gegenteil: Ihre Handlungen und Reaktionen auf
Erlebnisse sind teilweise sehr unverständlich.
Das macht es auch so schwer, in das Buch hineinzufinden.


Meinen
Geschmack hat es leider nicht getroffen, da der Schreibstil mir nicht
zusagte und manche Stellen einfach zu lang gezogen waren. Zudem hätte
ich mir gewünscht, mehr von Anton zu erfahren.
Daher kann ich das Buch leider nicht weiter empfehlen.  
Daher gibt es:

Danke an den Suhrkamp Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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