[Rezension] Das Vermächtnis von Enyador von Mira Valentin

[Rezension] Das Vermächtnis von Enyador von Mira Valentin

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Titel: Das Vermächtnis von Enyador
Autor: Mira Valentin
Verlag: Books on Demand
Preis: E-Book 3,99€/ Taschenbuch 12,99€
Seitenzahl: 460
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[Klappentext]

Zwei Steine.
Zwei Todfeinde.
Ein letzter Kampf.

***

Die Gemeinschaft der Wächter ist zerbrochen. Im Norden erhält Tristan vom Hexenmeister Beltain den Auftrag, die Feenkönigin Weyona zu töten. Zur gleichen Zeit sendet Weyona Istariel aus, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Schon bald treffen die ehemaligen Gefährten aufeinander, beide angetrieben von einem letzten verzweifelten Wunsch. So ziehen Enyadors Völker gegeneinander in den Krieg … und entfachen ein Inferno, das selbst Berge und Götter zum Erschaudern bringt.


“Das Vermächtnis von Enyador” von Mira Valentin ist ein grandioser Abschluss der Enyador-Saga. Band 1 hat mich damals schon von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und war absolut atemberaubend. Band 2 stand dem in Nichts nach und hat das Ganze sogar noch übertroffen. Und auch wenn man denkt, besser geht es nicht mehr – da kam der dritte Band daher: Es war noch spannender, noch düsterer, noch faszinierender – es war einfach nur magisch! Dieser vierte und somit letzte Band der Tetralogie hat mich einfach nur umgehauen und meine hohen Erwartungen mehr als nur erfüllt.

Das Cover, das von Alexander Kopainski entworfen wurde, passt sehr gut zu den ersten drei Bänden und hat somit einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Diesmal zeigt es im Mittelpunkt ein gehörntes Wesen von hinten, bei dem es sich wohl um Dökk Valdur handelt, der im Laufe der Reihe eine immer größere Rolle spielt. Er geht auf ein Schloss zu, das sich im Hintergrund erhebt, während Krähen über seinem Kopf kreisen. Über diesem blauen Mittelpunkt befinden sich zwei Drachen auf dem düsteren, schwarzen Hintergrund. Das ist sehr gut gelungen und passt perfekt zum Buch.

Der Schreibstil ist wie schon in den ersten drei Bänden wieder unglaublich flüssig und sehr angenehm zu lesen und die Geschichte ist so spannend, dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Die Seiten flogen nur so dahin.

Nach der Karte von Enyador am Anfang und einem Personenverzeichnis, geht es mit der Geschichte los. Das erste Kapitel spielt 225 Jahre zuvor und gibt völlig neue Einblicke in die Geschehnisse. Einige Fragen, die in den vorherigen Bänden aufgekommen sind, werden hier nun geklärt und machen Vieles verständlich.
Im Folgenden richten die Kapitel ihr Augenmerk jeweils auf einen der folgenden Protagonisten: Tristan, Kay, Saphira, Agnes, Istariel, Thul, Marron und Isora. Die Kapitel aus Saphiras Sicht haben mir besonders gut gefallen, da sie mir im Laufe der Reihe immer mehr ans Herz gewachsen ist, es nicht immer leicht hatte und eine besondere Entwicklung durchgemacht hat. Es war beeindruckend, Saphiras Sicht der Dinge und ihre innersten Gedanken und Gefühle besser kennenzulernen.
In diesem Band kamen auch wieder neue Figuren, die sehr gut in die Entwicklungen rund um Enyador eingebaut wurden und die Enyador-Saga perfekt ergänzen.
In verschiedenen Handlungssträngen, jeweils mit einem dieser Charaktere in der dritten Person, erlebt man die Geschichte und bekommt so mit, was an den verschiedenen Orten alles gerade passiert. Das macht es besonders aufregend, da man natürlich mehr weiß als die einzelnen Protagonisten selbst.
Diese sind wieder so gut dargestellt, dass man sie sich nicht nur äußerlich, sondern auch charakterlich sehr gut vorstellen kann. Sie sind auch so unterschiedlich, dass sicherlich jeder Leser einen Charakter finden kann, mit dem er besonders sympathisiert.
Sehr überraschend fand ich auch, dass hier wieder einmal nichts sicher ist. Der eine Protagonist kann im ersten Band noch der Liebling gewesen und der andere gehasst worden sein, im zweiten Band kann das alles schon wieder ganz anders aussehen. Und im dritten oder vierten Band kann es sich erneut wieder ändern. Alle machen große Entwicklungen durch und werden auch nicht verschont. Wer die Bücher von Mira Valentin kennt, weiß, dass sie ihren Charakteren viel zumutet und dass es auch nicht alle bis zum Ende schaffen werden.
Des Öfteren dachte ich hier wirklich: NEIN, das kann jetzt nicht wahr sein! Das macht die Autorin jetzt nicht ernsthaft! Nichts ist sicher, nichts ist vorhersehbar, niemand bleibt absolut verschont. Es bleibt erbarmungslos spannend.

Auch die Welt von Enyador, die hier geschildert wird, ist mit Worten wieder so gut ausgemalt, dass man alles ganz genau vor Augen hat und richtig in diese fantastische Welt abtauchen kann. Man lernt die einzelnen Schauplätze wie das Elbenschloss oder den Schattenwald noch besser kennen als zuvor.

Noch hilfreicher machen dies auch die Illustrationen von Lucy-Mae Tatzel, die einzelne Szenen des Buches darstellen. Man sieht auch deutlich, dass die Illustrationen der Künstlerin sich enorm gesteigert haben im Vergleich zum ersten Band. Sie sind viel detaillierter und stellen die Stimmungen der einzelnen Situationen noch besser dar als schon im ersten Band. Das ist ein ganz besonderes Highlight, das den Lesegenuss noch weiter steigert. Anhand dieser Illustrationen merkt man auch schon direkt, dass der letzte Enyador-Band sehr düster ist.

Die Drachen in Mira Valentins Saga sind etwas ganz Besonderes, denn sie sind nicht so wie die üblichen Drachen, die man aus anderen Büchern kennt. Nein, sie sind nicht gewöhnlich, sondern Gestaltwandler, die in ihrer menschlichen Erscheinungsweise recht freizügig sind – und das nicht nur, was ihr Aussehen betrifft: Auch ihr Mundwerk ist sehr offen und frei. Das sorgt für einige witzige und erheiternde Momente in dem sonst oft kriegerischem und düsteren Umfeld. Aber gerade diese Offenheit birgt auch große Gefahr in sich.

Nach und nach verweben sich die Handlungsstränge immer mehr und die einzelnen Protagonisten finden auf ihren Wegen zum Teil zusammen oder trennen sich wieder. Ihre jeweiligen Reisen zu verfolgen, ist unheimlich spannend.
Auch das Ende der Saga hat meine Erwartungen übertroffen. Ich habe viel gehofft, sehr gebangt und einiges befürchtet, doch am Ende wurde ich positiv überrascht.


“Das Vermächtnis von Enyador” war für mich ein grandioser Abschluss der Enyador-Saga, die mich vom Anfang bis zum Ende begeistern konnte. Ich bin immer noch total überrascht, wie sehr mich diese Reihe fesseln konnte, da ich normalerweise nicht unbedingt die “klassische Drachengeschichten-Leserin” bin. Doch die Vielfalt und die Besonderheit der Drachen haben mich absolut überzeugen können. Seit der Enyador-Saga bin ich absolut hingerissen von dieser Welt.
Für mich war es ein faszinierendes Highlight, das sicherlich noch lange nachklingen wird!

Daher gibt es eindeutig:


©
Cover: Mira Valentin
Rezensionsüberschriften und Bewertung: Pixabay/Photoshop//Temel

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