[Rezension] Drecksspiel von Martin Krist

[Rezension] Drecksspiel von Martin Krist

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert
Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine
Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe
voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich
kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur
ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! –
Hannahs Tochter schläft im ersten Stock. Seit der Expolizist David
Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter
Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall … 

Seitenzahl: 400

Originalsprache: Deutsch
Verlag: Ullstein Taschenbuch

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Auf dieses Buch bin ich eigentlich nur gekommen, weil ich zu
dem Autor auf eine Lesung wollte, die aber verschoben wurde. Thriller waren
immer schon meins und dieser schont den Leser absolut nicht. Mich hat dieser
Thriller begeistert, aber auch verwirrt zurück gelassen.
Die Idee hinter dem Thriller fand ich interessant, aber gut
umgesetzt. Bis zur Hälfte des Buches war man schon sehr verwirrt, aber nach und
nach haben sich die Fäden dann zusammengesetzt. Dieses Buch besteht aus sehr
vielen Erzählsträngen, die sich in relativ kurzen Abständen immer abwechseln.
Diese haben sich teilweise überschnitten und sind am Ende alle zusammen
gelaufen. Nur das Ende hat mich ein wenig unbefriedigt zurück gelassen, da es
auf einen weiteren Band hinaus laufen muss, jedoch nicht direkt was darüber zu
finden ist.
Sprachlich kann ich über dieses Buch nicht meckern. Lange
habe ich nach einem Thriller gesucht, der den Leser nicht schont und dies tut
Martin Krist auch nicht. Er setzt dem Leser Tatsachen vor, die er nicht
verschönt. Seine Wortewahl finde ich genau richtig für einen guten Thriller.
Das Buch ließ sich, wenn man von der anfänglichen Verwirrtheit mal absieht,
sehr gut lesen. Man fliegt durch die Seiten und muss das Buch einfach
verschlingen.
Mit den Charakteren bin ich nur halb warm geworden. Da nach
kurzen Passagen immer wieder gesprungen wurde, waren die Abschnitte der
einzelnen Personen immer relativ kurz, als dass man sich wirklich an sie
gewöhnen konnte. Das heißt nicht, dass mich die Personen nicht berührt haben. Mit
Hannah zum Beispiel habe ich richtig mitgefühlt und gelitten. Mit David habe
ich förmlich nach dem Mädchen gesucht und mit Tony habe ich genauso mitgefühlt und
Angst gehabt. Aber man konnte nicht so eine Bindung aufbauen, wie zu Personen
in anderen Romanen, wo man kaum verschiedene Handlungsstränge hat.
Alles in Allem ein sehr gelungener Thriller, der einen
richtig mitreißen konnte, wenn man sich nicht von den vielen Handlungssträngen
hat abschrecken lassen. Dies ist ein Thriller, nach dem ich schon lange gesucht
hatte und ich wurde nicht enttäuscht.
Deswegen gibt es:

4 von 5 Schmetterlingen

Ein Gedanke zu „[Rezension] Drecksspiel von Martin Krist

  1. Ich habe damals gar nicht mitbekommen, dass du das Buch gelesen hast 🙂
    Habe es letzten Monat gelesen und lese gerade Band 3 der Reihe. Band 2 muss dann schleunigst nachgezogen werden 🙂 Mag seinen Schreibstil auch unheimlich.

    Liebe Grüße
    <2

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