[Rezension] Himmelsstern. Das Ferne so nah von Jamie Craft

[Rezension] Himmelsstern. Das Ferne so nah von Jamie Craft

Titel: Himmelsstern. Das Ferne so nah | Autor: Jamie Craft
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Preis: E-Book 0,99€ / Taschenbuch 10,95€ | Seitenzahl: 403

[Klappentext]
Was machst du, wenn du nicht nur deine Heimat verlierst, sondern auch deine große Liebe für immer verloren glaubst? Wirst du es zulassen, dich neu zu verlieben? Oder wirst du weiter warten und dich an den letzten Funken Hoffnung klammern?

Anna Bednarz kommt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 als eine aus Schlesien Vertriebene ins Münsterland. Hier in der Fremde versucht sie, über den Verlust ihrer Heimat hinwegzukommen. Sie beginnt ein medizinisches Studium und hilft zusammen mit ihren Kommilitonen beim Trümmerabbau der Stadt Münster. Sie findet neue Freunde und eines Tages taucht sogar ihre Cousine und beste Freundin wieder auf. Doch Annas Herz ist voll Trauer und Sehnsucht nach ihrer großen Liebe Günther, der als Soldat in den Krieg zog und der nun verschollen ist.

Sie begegnet Karl von Woestemann. Der gutaussehende, charmante junge Mann könnte ihr ein Leben ohne materielle Not bieten. Sie wäre anerkannt und würde vielleicht ja anfangen, sich heimisch zu fühlen. Doch ihr Herz schwankt. Darf es das zulassen? Will es das zulassen? Und warum reagiert Karl manchmal so aggressiv?

Doch auch ihre Kommilitonen scheinen etwas im Schilde zu führen. Als sie eines Nachts mit Annas Hilfe eine Kiste aus dem Aasee fischen, entdecken sie dort eine Leiche. Und Anna steckt bereits viel tiefer in kriminellen Machenschaften drin, als sie ahnt. Während ihr Herz sich zwischen Günther und Karl entscheiden muss, gerät nicht nur sie in große Gefahr. Auch ihre kleine Schwester ist plötzlich verschwunden.

“Himmelsstern: Das Ferne so nah” von Jamie Craft ist eine sehr abwechslungsreiche und spannende Geschichte aus der Nachkriegszeit.

Gemeinsam mit der Protagonistin Anna erlebt man mit, wie für sie das Leben in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg war: Als aus Schlesien Vertriebene versucht sie im Münsterland Fuß zu fassen, was gar nicht so einfach zu sein scheint, denn immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn Münster ist zerbombt und voller Trümmer.

Besonders spannend war es hier für mich, Münster zur Nachkriegszeit kennenzulernen, denn als Studentin in Münster zur heutigen Zeit, wenn man all die Schauplätze kennt, dann ist es etwas ganz Besonderes zu lesen, wie es damals wohl war und was an der Universität noch ganz anders war. Man gewinnt einen ganz neuen Blick darauf und dringt so noch tiefer in die Geschichte ein.

Aber nicht nur für Leser, die Münster kennen, ist dieses Buch besonders spannend, denn auch sonst wird hier viel Abwechslung geboten: Liebe, Verzweiflung, Trauer, Angst, Sorgen, Freude und auch kriminelle Machenschaften – alles ist hier mit dabei.

Jamie Craft schafft es, dass man mit Anna mitfühlt und mitfiebert, sie rütteln und schütteln möchte, sie vor all dem Bösen bewahren möchte und doch nichts tun kann. Es ist vom Anfang bis zum Ende spannend und sehr verständlich sowie anschaulich geschrieben.

Man lernt Anna und all die Personen um sie herum äußerlich und charakterlich kennen, bildet sich eine Meinung, rätselt mit und doch schafft es die Autorin, dass es ganz anders kommt, als man denkt.
Ich wurde hier zum Teil sehr überrascht und dachte mir: Wie konnte ich mich nur so täuschen?

“Himmelsstern. Das Ferne so nah” von Jamie Craft ist eine an Gefühlen sehr abwechslungsreiche Geschichte, die vom Anfang bis zum Ende spannend ist und einen in die Welt des Münsterlandes zur Nachkriegszeit mitnimmt.
Ich kann es auf alle Fälle weiterempfehlen.
Daher gibt es:

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